Das Moderne Intranet (7/9)

Tagging

Aus dem Internet kennt man sie zu genüge: Tags und die dazugehörigen Tagclouds. Ein Tag (zu deutsch: Etikett, Markierung, tatsächliche Bedeutung: Schlagwort) kennzeichnet einen Beitrag wie ein Dokument, einen Text oder ein Bild zu einem bestimmten Thema.

Dass das "Taggen" von Inhalten im Zeitalter des Web 2.0 eine so große Verbreitung findet ist kein Zufall: In Systemen, in denen die Inhalte durch eine Redaktion zentral erfasst werden, ist es möglich, diese auch in eine zentral organisierte Ordnungsstruktur einzugliedern. In der Regel sind dies hierarchische, also baumartige Navigationsstrukturen, ggf. angereichert mit Querverweisen.

In Systemen, die zu großen Teilen aus User Generated Content gespeist werden, ist dies nicht mehr so einfach möglich, möchte man eine aufwendige Nachbereitung der Inhalte vermeiden. Spätestens beim sog. Social Tagging, bei dem die Inhalte verschiedenster Websites und Informationsquellen in einen großen Informationspool zusammengefasst werden, ist eine zentrale Ordnung nicht mehr möglich. Um hier dennoch einen schnellen und effizienten Zugriff auf die Informationen zu ermöglichen, wurde das Tagging eingeführt. Tags (Schlagworte) werden als allgemeingültige, also nicht systemspezifische Begriffe betrachtet, die nicht zentral verwaltet werden müssen, sondern immer eindeutig und selbstursächlich vorhanden sind. So kann in einem System ein Dokument mit dem Schlagwort "Qualitätsmanagement" versehen werden, während ein bestimmter Beitrag aus einem anderen System mit dem selben Schlagwort markiert (getagged) ist. Fusioniert man die Informationen beider Systeme in einen großen Informationspool, so lassen sich unter dem Schlagwort "Qualitätsmanagement" beide Beiträge finden.

Das Tagging ist also keine schöne Spielerei, sondern eine notwendige Erweiterung der Informationsstrukturen in Systemen mit dezentralen Inhalten.

Was hingegen gerne als "Spielerei" betrachtet werden kann, sind die sogenannten Tagclouds: Sie sind lediglich eine von vielen möglichen Anwendungen, die durch diese zusätzliche Strukturierung der Informationen ermöglicht werden. Andere Anwendungsfälle für eine Verschlagwortung wären:

  • Ein Link "Mehr Inhalte zum Thema X" unter einem Beitrag
  • Ähnliche Beiträge (können durch das System automatisch per Abgleich eines oder mehrere Schlagworte ermittelt werden)
  • Schlagwortregister
  • Schlagwortsuche
  • u.v.m.

Praktisch ist vor allem, dass nicht nur Beiträge aus verschiedenen Quellen leicht zugänglich gemacht werden können, sondern auch Informationen verschiedener Klassen. Mit Tags versehen werden können z.B.

  • Dokumente, Downloads
  • Artikel
  • Bilder
  • News
  • Links, Websites
  • Termine
  • Personen
  • Forenbeiträge
  • E-Mails
  • usw.

Tags statt Schlagworte

Auch hier finden wir wieder einen neudeutschen Begriff, der eigentlich bekanntes neu benennt. Das Thema Verschlagwortung ist vielen bereits bekannt und bei vielen auch ein lang gehegter Wunsch. Das Tagging macht genau dies möglich, auch wenn der Begriff noch hier und da auf Akzeptanzprobleme stößt.

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Feeds: RSS und Atom

Die Idee ist simpel: Informationen werden in einem standardisierten Format (per XML) bereitgestellt und können so von anderen Systemen automatisch weiterverarbeitet werden.